Nachdem wir Wochenendsegler den ganzen Samstag mit kleineren oder größeren Reparaturen zugebracht und eingekauft haben, sollen wenigstens die Fotos vom abtauchenden Skipper als Tätigkeitsnachweis anerkannt werden. Das linke Fotos zeigt also eine geräumige Backskiste, in der sich der Fäkaltank und darunter der 200 Ltr. Dieseltank befinden. Auf dem rechten Bild sieht man vom Reparateur nur noch einen Zipfel und einige der Dinge, die sonst da gestaut sind, wo ich gerade mit der Entlüftungsleitung des Fäkaltanks kämpfe.

    

Vom Fäkaltank zum Wetter: Umlaufend schwachwindig, später 2 – 3 Bft aus N – NW, strichweise diesig.

Barometer 1010 hPC (+ 2hPc letzte 12 Stunden), Sonnenschein, leicht diesig, ansonsten kühles Vorfrühlingswetter.

Nach der Schufterei am Samstag wollen wir wenigstens die nähere Umgebung kennenlernen und einen kleinen Spaziergang vor die Haustür segeln. Und damit sich die mehr oder weniger interessierten Leserinnen und Leser beim Spaziergang nicht langweilen, werde ich versuchen, hin und wieder ein "Sehzeichen" aus unserer Nachbarschaft ins Logbuch aufzunehmen.

Um 12.30 Uhr legen wir so ab als hätten wir nie im Leben etwas anderes gemacht. Dabei ist alles noch so neu. Unsere "Kalami", der riesige Yachthafen mit rund 1.000 Liegeplätzen, dann auslaufend an Steuerbord der kommunale Hafen, in dem hin und wieder mal ein Kümo festmacht, der aber vor allen Dingen die kleine Fischereiflotte, die Hochseeangler und Ausflugsschiffe beherbergt. An Backbord der lange Blick auf das Naturschutzgebiet Graswarder, dann gegenüber Ortmühle mit seinen beiden Werften. Kurz darauf passieren wir die schmalste Stelle des Fahrwassers, dass durchgängig mindestens 4 m tief ist und 15 Minuten später liegt das Fahrwasser mit der Tonne Heiligenhafen 1 hinter uns, Groß und Fock werden gesetzt und endlich kein Motorgeräusch mehr.

    

Schweinekalt und vom Graswarder ist im Dunst nicht viel zu sehen

Es ist so schweinekalt, dass ich die dicken Handschuhe aus der „Winterkiste“ hole. „Draußen“ ist wenig Wind und noch weniger Verkehr, aber wir segeln im Fehmarnsund, zwischen Fehmarnsundbrücke und dem Leuchtturm Flügge, um uns an dieses neue wunderbare Gefühl zu gewöhnen, dass ein Virus auf Korfu vor vier Jahrenr ausgelöst hat. Und das fühlt sich gut an. Wie schade, dass trotz Sonnenschein die Sicht nicht einmal zum Fotografieren einlädt. Auf der Höhe von Flügge kommen uns die ersten Fischkutter mit ihrer Ladung Hochseeangler entgegen. Die sind seit 06.30 Uhr unterwegs und wie an einer Perlenschnur gezogen kehrt ein "Dampfer" nach dem anderen mit Petrijüngern in den Heimathafen zurück.

Für uns ist jetzt „Coffeetime“, so hieß das früher an Bord auch immer, und Coffeetime wird im Laufe der Saison zum beliebten Ritual an Bord. Coffeetime ist Pause, Cappucino, Cuchen und ceine Manöver.

    

In der Nähe von Flügge wird gewendet und das Graswarder hat uns wieder

Nachdem wir einsehen müssen, dass uns das GPS wegen der vorangeschrittenen Zeit nicht mehr bis zum Waypoint 300 führen kann, beenden wir den 12,2 sm kurzen „Spaziergang vor die Haustür“ und wenden. Die Tonne Heiligenhafen Nord und der Leuchtturm Heiligenhafen weisen schließlich den Weg zum Fahrwasser. Wer uns allerdings an Steuerbord überholen und den Weg um das Grswarder verkürzen will, könnte auf Sand bauen, denn hier ist es ausgesprochen flach. Tagsüber ist nämlich der Leuchtturm Heiligenhafen, der mitten im Ortsteil Ortmühle steht, so unscheinbar, dass ich das Wasser- und Schiffahrtsamt Lübeck bemühen musste, dieses Seezeichnen hier vorzustellen. Wer noch mehr wissen möchte, klicke bitte hier:
 

Leuchtturm Heiligenhafen

Im Leuchtturm Heiligenhafen dient ein Leitsektor für die Zufahrt nach Heiligenhafen und ein Warnsektor kennzeichnet die Untiefe "Graswarder Sand". Das 1907 erbaute Leuchtfeuer war zunächst ein 12 m hoher, roter, runder Turm mit einer eisernen Laterne. 1938 wurde er durch einen viereckigen 19 m hohen Turm aus Mauerwerk und einer Verblendung aus Ziegelsteinen ersetzt (Foto). Das Leuchtfeuer wird mit dem Richtfeuer Heiligenhafen und Warder von einer gemeinsamen Schaltstelle gesteuert, die von der Verkehrszentrale in Travemünde fernüberwacht wird.

Mittels einer Gürteloptik F = 250 mm Brennweite, Höhe 72 cm, und einer Glühlampe 250 W/230 V wird durch Taktung der Lichtquelle die Kennung Ubr. Grp.(2) w, r, gr mit der Wiederkehrzeit = 9 s erzeugt. Die Nenntragweite beträgt 13,0 sm.g.